Chronik Feuerwehr Telgte
Seit 1885

Schutzpatrone

St. Florian

(lat. „der Blühende“)

/ www.FeuerwehrGeschichte.de

„O heiliger Sankt Florian, verschon´ mein Haus, zünd and´re an!“

Sein Leben

Zur Zeit der letzten Christenverfolgungen unter Kaiser Diocletianus lebte in der Provinz Ufer – Noricum (Oberösterreich) der römische Staatsbeamte Florianus als pensionierter (Oberst des römischen Heeres) Vorstand der Kanzlei des Stadthalters zu Cetium (St. Pölten). Nach der Legende wurde er wegen seines mutigen Eintretens für christliche Soldaten vom Stadthalter Aquilinus in Lauriacum (Lorch an der Enns), der Garnison der II. italienischen Legion, verhaftet, und mit Folter und Zange, Geißel und Peitsche, Brennen und Sengen bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert und schließlich am 4. Mai 304 (mit 40 weiteren Christen) mit einem an den Hals gebundenen Steinbrocken in die Enns gestürzt, die seine Leiche ans Ufer spülte.

Bis zu seiner Bergung habe ein Adler mit ausgebreiteten Fittichen seinen Leichnam bewacht, nachdem der römische Adler ihn zur Leiche gemacht hatte.

In der folgenden Nacht erschien Florian Valeria, einer frommen Frau, mit der Aufforderung, ihn zu bestatten, was diese auf ihrem Landgut umgehend tat.

Die Ochsen, die den Leichnam beförderten, seien vor Durst völlig ermattet, worauf auf wunderbare Weise eine Quelle entstand – der noch heute fließende „Floriansbrunnen“.

„St. Florian, ich fleh´ dich an,
zünd´ meines Nachbarn Häuschen an!““

An diesen beiden Gebetstexten ist sehr deutlich zu sehen, dass der Heilige St. Florian angefleht wurde das Elend von einem abzuwenden, und z. B. es lieber dem Nachbarn zu wünschen.

Wie sich solche Gebete wohl mit dem Gebot der Nächstenliebe vereinbaren ließen?

Verehrung des St. Florian

Nach – allem was wir heute wissen, war Florian ein herausragender und mutiger Verfechter unseres Glaubens, der sich bis zuletzt zusammen mit seinen Kameraden für andere Menschen und für den Glauben eingesetzt hat.\nDoch dies allein erklärt noch nicht, warum der Heilige Florian so wichtig geworden ist.\nDies ist erst durch verschiedene Ereignisse zu erklären, die nach seinem Tod geschehen sein sollen:\nZum einen litt er selber unter einem Schadenfeuer, denn die Kapelle, die über seinem Grab errichtet war, wurde von einem Brandstifter angezündet und brannte ab.\nZum anderen wurde ein Köhler, der in einen brennenden Kohleneimer fiel, auf wunderbare Weise gerettet, nachdem er den heiligen Florian um Hilfe anrief.

Erst wesentlich später erzählte man dann auch, dass Florian schon als Kind ein brennendes Haus mit einem Kübel Wasser gelöscht haben soll.

Im 13. Jahrhundert sollen seine Reliquien aufgefunden worden sein.

Teile davon gelangten nach Rom und Krakau.

Über St. Florians Grab errichtete man auf Betreiben der Passauer Bischöfe das Augustiner – Chorherrenstift St. Florian.

Der Mühlstein, mit dem er ertränkt wurde, befindet sich heute in der Krypta der Stiftskirche St. Florian bei Linz.

1968 überbrachte Kardinal Karol Wojtyla (besser bekannt als Papst Johannes Paul II.) eine Florian – Reliquie nach Österreich, die in der St. Laurenz – Kirche in Lorch liegt.

Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige und er ist einer der 14 Nothelfer.

Patron von Oberösterreich, Bologna, Krakau und St. Florian bei Linz,

der Feuerwehr („Floriansjünger“),

der Töpfer, Böttcher, Hafner, Schmiede, Kaminfeger, Seifensieder, Weinbauern und Bierbrauer,

bei Dürre, Unfruchtbarkeit der Felder, Brandwunden,

gegen Feuer- und Wassergefahr, Sturm

Sein Gedenktag ist der 4. Mai.

„Es brennt, o heil´ger Florian,
Heut aller Orts und Enden:
Du aber bist der rechte Mann,
Solch Unglück abzuwenden!“

Der Funkrufname „Florian“

Im Februar 1952 wurde der Berufsfeuerwehr Hamburg eine Genehmigung für die Verwendung des Funkrufnamens „Florian“ erteilt.

Am 18. Oktober führte die Berufsfeuerwehr Berlin den gleichen Funkruf für ihren Sprechfunkverkehr ein.

In einem Normblatt – Entwurf wurde dann der Funkruf „Florian“ am 13. Juni 1975 aufgenommen.

Ganz große Stücke auf Sankt Florian muss jener dreimal abgebrannte Bauer gehalten haben, der über seinen Neubau den Vers gesetzt hat:

„Dies Haus stand einst in Gottes Hand – und ist doch dreimal abgebrannt.
Zum vierten Mal hab´ ich´s gebaut – doch nun Sankt Florian anvertraut!“

In ihm wird deutlich, dass, nachdem Gott das Haus nicht beschützen konnte, die Bewohner der Meinung waren, dass der heilige St. Florian wohl hoffentlich mehr Einfluss auf den Schutz habe wie Gott selber.

Noch drastischer drückt ein anderer Hausbesitzer sein Vertrauen zum Heiligen aus, wenn er über seine Haustüre schreibt:

„Dies Haus steht in Sankt Florians Hand
verbrennt´s, so ist´s ihm sein Schand!“

Da St. Florian auch der Schutzpatron der Schnapsbrenner und Bierbrauer ist, ist in der Karte einer Münsteraner Kneipe zu lesen:

„St Florian
St Florian, Du Patron der Bräu
Beschütze gnädig dies Gebäu.
Vor Feuersnot halt deine Hand
Und stärk den Leib bei Durstes Brand.“

St. Agatha von Catania

(griech. „die Gute“)

An der rechten Wand des Chorraums der Pantaleonkirche in Roxel hat diese farbig gefasste spätbarocke Figur der heiligen Agatha ihren Platz.
An der rechten Wand des Chorraums der Pantaleonkirche in Roxel hat diese farbig gefasste spätbarocke Figur der heiligen Agatha ihren Platz.

Ihr Leben

Die Legende schildert Agatha als eine wohlhabende, adelige Jungfrau von großer Schönheit.

Sie wies die Brautwerbung des Stadthalters Quintianus zurück, da sie Christin sei; der nutzte den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung, ließ sie verhaften und ins Bordell der Aphrodisia bringen, damit sie zur Unzucht verführt werden sollte.

Diese jedoch versuchte das erst gar nicht, der Stadthalter veranlasste Verhöre, Folter und Qualen:

Mit den Händen an einem Balken gehängt, wurden Agatha die Brüste zerrissen, mit einer Fackel gebrannt und schließlich abgeschnitten.

In der Nacht erschien ihr dann Petrus mit heilendem Balsam, aber sie wies die Erquickung zurück.

Tags drauf legte man sie auf spitze Scherben und glühende Kohlen, bis ein Erdbeben die Stadt erschütterte, worauf das Volk Quintianus bedrohte, bis der von Agatha abließ und sie ins Gefängnis warf, wo sie starb.

Ein von hellem Licht strahlender Jüngling erschien und legte eine Marmortafel in den Sarkophag mit der Aufschrift: „Ein heiliger und freiwilliger Geist, belohnt von Gott, Rettung für das Land“.

Quintianus wurde alsbald von einem Pferd getreten und starb.

Am ersten Jahrestag von Agathas Todestag wurde der die Stadt bedrohende Lavastrom des Ätna durch die sich aus dem Grab erhebende Marmortafel abgelenkt.

Verehrung der St. Agatha

Papst Gregor I. berichtet von der Wirkung ihrer Reliquien.

Bereits um 500 wurde ihr eine Kirche in Rom errichtet.

In der Kirche San Agata al Fornace in Catania wird der Platz ihres Martyriums gezeigt.

Ihre Gebeine liegen im Dom in Catania, wo auch eine vergoldete und mit Juwelen besetzte Silberbüste mit einer Krone, die Richard Löwenherz gestiftet habe, zu bewundern ist.

Die Bewohner von Catania verehren sie als Schutzheilige.

Patronin von Catania und Malta,

der Ammen, Hirtinnen, Weber, Bergarbeiter, Goldschmiede, Glockengießer und Hungerleidenden,

gegen den Ausbruch des Ätna,

gegen Krankheiten der Brüste, Fieber, Brandgefahr, Hungersnot, Unwetter, Viehseuchen, Erdbeben und Unglück

Ihr Gedenktag ist der 5. Februar

„Sankta Agatha, Christi Braut – Dies Haus soll dir sein anvertraut
Schütz es vor Feuerbrand – Dazu das ganze Vaterland“

Viele alte westfälische Häuser trugen diese Balkeninschrift.

St. Antonius „der Große“

der vorne Stehende

(latein. aus dem Geschlecht der Antonier)

www.heiligenlexikon.de

Sein Leben

Antonius wurde als Sohn reicher christlicher Eltern geboren,

mit zwanzig Jahren übernahm er nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog seine jüngere Schwester groß.

Ein Satz Jesu im Matthäusevangelium (19, 21) veränderte sein Leben:

„Wenn du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was du hast, und gibt es den Armen.“

Er verkaufte seinen gesamten Besitz und wurde Einsiedler in radikaler Armut und zunehmender Abgeschiedenheit.

Die Schweine, mit denen er dargestellt wird, stehen für seine berühmten Versuchungen:

So erschien ihm der Teufel in Gestalt einer schönen Frau.

Antonius` kraftvolle Standhaftigkeit führte zu einer immer stärkeren Verehrung, vor der er sich auf einen Berg jenseits des Nils flüchtete.

Zwanzig Jahre später kehrte ein äußerlich unveränderter, dennoch völlig verwandelter Antonius zurück, jemand „der in tiefe Geheimnisse eingeweiht und gotterfüllt“ war.

Immer mehr Jünger sammelten sich um ihn, es bildeten sich kleine Unterkünfte und Zahlreiche Einsiedeleien.

So stand Antonius am Anfang des Klosterwesens und wird „Vater des Mönchtums“ genannt.

Verehrung des St. Antonius

Antonius´ Verehrung begann schon im 5. Jahrhundert.

Seine Reliquien wurden 561 nach Alexandria überführt, kamen 635 nach Konstantinopel, dann um 1000 nach Südfrankreich, 1491 wurden sie nach Arles in Südfrankreich gebracht.

Reliquien liegen auch im Stammkloster des Ordens der Antoniter in St. Antoine zwischen Grenoble und Valence.

Nach der Gründung des Ordens der Antoniter 1059 in St. – Didier – de – la – Motte in Südfrankreich nahm seine Verehrung im Westen einen regen Aufschwung.

Im Osten wird besonders der Mönchsvater, im Westen mehr der Wunderheiler geschätzt.

Antonius wird gelegentlich als Nothelfer angerufen, gehört jedoch nicht wirklich zu den vierzehn Nothelfern, ist jedoch einer der vier heiligen Marschälle.

In Italien wurde der Gedenktag als Volksfest begangen,

die Tiere durften nicht arbeiten, auch vornehme Herren mussten deshalb zu Fuß gehen.

In Rom wird, beginnend mit seinem Gedenktag, jährlich das einwöchige Fest der Weihe der Haustiere vor der Antoniuskirche begangen.

In Österreich wurde an seinem Gedenktag Bedürftigen das Fleisch der „Antoniusschweine“ geschenkt.

Patron von St. Tönis, heute Ortsteil von Tönisvorst bei Krefeld,

der Haustiere, vor allem der Schweine,

der Schweinehirten, Bürsten-, Korb- und Handschuhmacher, Ritter, Weber, Metzger, Zuckerbäcker, Bauern, Totengräber,

gegen Feuersnot, Hautkrankheiten, Lepra, Pest, Syphilis, Feuer und Viehseuchen

Sein Gedenktag ist der 17. Januar

St. Barbara

(griech. „die Fremde“)

www.heiligenlexikon.de

Ihr Leben

Nach einer Sage bat Barbara ihren Vater um den Bau eines Bades.

Nachdem sie nicht die von ihrem Vater angeordneten zwei Fenster, sondern drei (als Zeichen der Dreifaltigkeit) habe anbringen lassen, ein Kreuz mit der Hand in den noch feuchten Putz gedrückt und ein kostbares Kreuz auf den Sockel eines gestürzten Götterbildes gestellt habe, empfing sie im Bad ihres Turmes die Taufe.

Als ihr Vater von einer Reise zurückkehrte, stellte er sie zur Rede und sie offenbarte sich ihm nun als Christin.

Der Vater wollte sie deswegen erschlagen lassen, aber auf wunderbare Weise fand sie einen Weg aus dem Turm, floh und fand Unterschlupf bei einem Hirten.

Der verriet den nach Barbara suchenden Häschern ihren Aufenthaltsort in einer Höhle und wurde dafür zur Strafe von Gott in einen Mistkäfer verwandelt.

Sie wurde von ihrem Vater dem römischen Stadthalter Marcianus ausgeliefert, doch auch ihm gelang es nicht, sie zur Entsagung ihres Glaubens zu bewegen, obwohl er sie foltern ließ sagte sie darüber „als ob es Pfauenfedern gewesen seien“.

Nachts erschien ihr Christus, um ihre Wunden zu heilen.

Der verbitterte Stadthalter ließ Barbara daraufhin mit Keulen schlagen, ihr die Brüste abschneiden und mit quälen.

Dann wurde sie verurteilt sich nackt auf dem Markt den Blicken der Leute auszusetzen.

Auf ihr Gebet hin wurde sie jedoch mit Wolken und Nebel bedeckt.

Daraufhin sollte Barbara durch ihren Vater enthauptet werden, der gleich darauf von einem Blitz getroffen wurde und verbrannte.

Verehrung der St. Barbara

Aufgrund des Blitzschlages gegen ihren Vater wurde Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht.

Bei Stürmen, werden Gebete an sie gerichtet.

Aus demselben Grund ist sie Schutzheilige der Artillerie.

Als Vaterstadt wird auch Catania in Sizilien genannt.

Auch sie soll einen Ätna – Ausbruch von der Stadt abgewendet haben, weswegen sie dort besonders verehrt wird.

Reliquien kamen um 1000 nach Venedig.

Als eine der 14 Nothelfer wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen.

In Deutschland ist sie eins der drei Heiligen Madl`n.

Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie,

der Bergleute, Geologen, Bauern, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher und Waffenschmiede, der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden,

für eine gute Todesstunde,

gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod

Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember

St. Donatus von Münstereifel

(lat. Der Geschenkte)

Sein Leben

Der Legende nach ist er gegen Ende des 2. Jahrhunderts in Rom geboren.

Sein Vater hieß Faustus, seine Mutter Flaminia.

In der römischen Armee war er Anführer einer Legion, die in einer Schlacht gegen die Germanen umzingelt wurde.

Die Lage verschlechterte sich von Tag zu Tag, das Trinkwasser wurde knapp.

Die Römer beteten zu ihren Göttern, doch nichts geschah.

Schließlich betete Donatus als überzeugter Christ zu Gott, worauf es anfing zu regnen;

die Germanen wurden durch Sturm und Gewitter davongejagt, die Römer kehrten siegreich heim.

Donatus dankte Gott, versprach in Zukunft nur ihm zu dienen und niemals zu heiraten;

der Kaiser machte ihn zum Kommandanten seiner Leibwache.

Schließlich sollte Donatus die Enkelin des Kaisers, Alexandria, heiraten, was er aufgrund seines Gelübdes verweigerte.

Er wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Verehrung des St. Donatus von Münstereifel

Reliquien eines Unbekannten wurden 1646 in der Katakombe der Agnes nahe Rom gefunden.

Auf dem Grab wurden sie als „vom heiligen Märtyrer Donatus“ beschrieben.

Die Reliquien kamen 1652 als Schenkung an das Jesuitenkolleg nach Münstereifel.

Strömender Regen verwandelte sich beim Herannahen in strahlenden Sonnenschein.

In Euskirchen wurde am Tag der Überführung eine Messe gelesen, bei der der Blitz in die Kirche einschlug und den Priester schwer verletzte.

Dieser bat um Donatus Hilfe und wurde völlig geheilt.

Patron gegen Unwetter, Blitzschlag, Hagel und Feuersbrunst

Sein Gedenktag ist der 30 Juni

„Bitte für uns,
heiliger Märtyrer Bonatus,
damit wir befreit werden,
von Blitz und Ungewitter“

Der Schutzpatron erfreut sich auch in unserer Gegend einer großen Beliebtheit.

Diese Innenschrift ist auf einem barocken Bildstock von 1750 enthalten, der heute in Ostbevern am Eingang zum Caritas – Hof des betreuten Wohnens am Lienener Damm.