Chronik Feuerwehr Telgte
Seit 1885

Elend und Armut ...

Die großen Rettungsorganisationen wie z. B.

ASB

(Arbeiter – Samariter – Bund)

von 1888

als Selbsthilfe von Zimmerleuten in Berlin nach einem Baustellenunfall.

DRK

(Deutsches Rotes Kreuz)

von 1921

(1859 sieht Henry Dunant die Schlacht von Solferino.)

(Genfer Konventionen 1864 zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde, 1929 zum Schutz der Kriegsgefangenen)

DGzRS

(Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger)

von 1865

Als Selbsthilfe von Seefahrern um Hilfe für Schiffsbrüchige zu gewährleisten.

Freiwillige Feuerwehr

die erste wurde 1841 gegründet

Als Einführung organisierter Hilfe beim Ausbruch von Schadenfeuern.

MHD

(Malteser Hilfsdienst)

von 1953

THW

(Technisches Hilfswerk)

von 1953

konnten nur gegründet werden,

- weil schlaue Männer vorhandene Strukturen revolutionierten,

- nicht länger mit ansehen wollten und konnten wie die Bevölkerung hilflos den Naturgewalten ausgeliefert war,

- oder aber sie maßgeblich bei dem Aufbau und den Anfängen nach dem zweiten Weltkrieg organisiert involviert waren.

Zusammenfassend könnte man die Gründungsumstände in einem Satz zusammenfassen:

Idealismus einiger, der bis heute von vielen mitgetragen wurde und wird um das Leid und das Elend anderer zu verringern oder abzuwenden!

Und das alles in einer Zeit, die von Armut, schlechten Arbeitsbedingungen, mangelnder gesundheitlicher Versorgung und dadurch bedingtem Elend geprägt war.

Diese Lebendbedingungen schweißten die Bevölkerung ein Stück weit zusammen, das „Wir“ bzw. „Miteinander“ war weiterverbreitet und ausgeprägter als es heutzutage der Fall ist.

So erzählte meine Oma z. B. von der Hilfsbereitschaft bei der Geburt ihrer Kinder am 1945.

Vorsorgeuntersuchungen und alles was damit verbunden ist, und heutzutage selbstverständlich ist, gab es zu der Zeit nicht.

Nach der Geburt des ersten Kindes, und dem Glauben alles überstanden zu haben, eröffnete ihr die Hebamme, dass da noch ein zweites Kind unterwegs sei.

Die üblichen Versorgungskarten, die damals ausgegeben wurden, um Kleidung und Nahrung etc. zu erhalten, gab es jedoch nur für ein Kind.

Selbstlos kamen ihre Freundinnen, die selbst genug Elend zu Hause hatten da Väter, Ehemänner und Brüder im Krieg geblieben waren, und brachten Kinderkleidung und was sie sonst noch entbehren konnten, vorbei.

Das wir deutschen bei Katastrophen zusammenhalten, und uns mal ganz unbürokratisch gegenseitig helfen, war in der Vergangenheit, „Gott sei Dank“, oft zu beobachten.

Ansonsten leben wir aber in einer Konsum – Gesellschaft, der es in jeglicher Art und Weise an ehrenamtlichen Angagement fehlt, was an den sinkenden Mitgliederzahlen der o. g. Organisationen eindrucksvoll zu sehen ist.

Wenn man neue aktive Mitglieder gewinnen will kommt nur allzu oft die Frage nach der Vergütung oder sonstigen Vorteilen die man durch die Tätigkeit erlangt.

Da dies jedoch nicht der Fall ist, ja die Tätigkeit in einer Rettungsorganisation sogar mitunter noch sehr zeitaufwändig ist, winken die meisten ab und führen belanglose Ausreden an.

Auf der anderen Seite verlangt jeder der den Notruf wählt schnelle und kompetente Hilfe, und wundert sich dann noch, dass diese zum Teil sehr teuer ist.

Schließlich sind die Aus- und Weiterbildung, und die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen leider sehr kostenintensiv.

Manche Hilfesuchende werfen den Einsatzkräften an der Einsatzstelle z. B. noch vor, warum das denn so lange dauern würde bis sie endlich da sind, oder ob es denn jetzt wirklich notwendig sei den Verkehr zu behindern.

Oder aber sie bemühen ihren Rechtsanwalt um dies klären zu lassen.

Ein jeder sollte nicht vergessen, dass die meisten Rettungsorganisationen nur durch ehrenamtliche funktionieren.

Bekannte, Verwante und Freunde die nach einem harten Arbeitstag noch so viel Idealismus in sich tragen, das sie an Ausbildungsdiensten teilnehmen und rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche bereit stehen und Partner- / in und Kinder verlassen um IHNEN, die sie in Not geraten sind, egal ob selbst verschuldet oder unverschuldet, unendgeldlich zu helfen.

Ist da der Begriff „Ehrenamt“ eigentlich richtig?

Natürlich ist es eine Ehre diese Aufgabe ausführen zu dürfen, doch entsteht gleichzeitig für den der diese Aufgabe übernimmt, und seinem direkten Umfeld wie z. B. der Familie, eine Belastung.

Zum einen dadurch, dass der Partner- / in dem Familienleben durch die Wahrnehmung seiner Pflichten nicht zur Verfügung steht, zum anderen die begründete Angst ob der Partner- / in wieder gesund nach Hause kommt, da man bei jedem Einsatz in einem Gefahrenbereich arbeitet.

Wenn es die Einrichtung der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen nicht geben würde und stattdessen nur Arbeitnehmer diese Aufgaben versehen würden, müssten diese Kosten ja irgendwie wieder eingenommen werden.

Doch wie soll das gehen?

Die Feuerwehr z. B. benötigt viele spezielle Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände um ein Mindestmaß an Schutz zu gewährleisten.

Diese stehen aber die meiste Zeit in der Garage herum und kosten nur Unterhalt.

Also ein riesen Minusgeschäft.

Was also tun?

Das Schutzziel, das sowieso nicht zu 100 % zu erreichen ist, noch weiter herab setzen, mit der Folge das vorhandenes Material zwar besser genutzt würde, aber längere Anfahrtswege für die vorhandene Einheiten anfallen würden, und so die Zeit vom Notruf bis zur Hilfeleistung (die einem so schon wie Stunden vorkommt) um den Faktor „X“ zunehmen würde.

Wie „kurz“ mag es wohl noch dauern bis einer den Notruf wählt und keiner kommt?

Bleibt nur zu hoffe das es weiterhin genug Mitbürger mit genug Idealismus gibt, die bereit sind diese Aufgaben zu übernehmen und auszuführen um anderen in ihrer Not hilfreich die Hand zu reichen.

Um den vielfältigen Aufgaben und Ansprüchen in einer Rettungsorganisation gerecht zu werden möchte ich hier noch auf den Ausbildungsdienst in der Feuerwehr eingehen.

Schon seit langem geht es bei der Feuerwehr nicht mehr nur um das Löschen von Bränden, sondern um einen enorm erweiterten Aufgabenbereich:

- technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen

- Beseitigung von Fahrbahnbehinderungen, Ölspuren und Wasserverunreinigungen

- Hilfe bei Wasser- und Sturmschäden

- Erste Hilfe

- Hilfe bei Tiere in Notlage

Dabei ist es von großer Bedeutung, dass die Ausbildung berücksichtigt, welche Neuerungen sich ständig vollziehen, z. B.- die Verwendung neuartiger Baustoffe im Baugewerbe,

- die Verwendung von Kunststoffen in vielen Lebensbereichen,

- die Verwendung neuer Einsatzgeräte

- die Automatisierung in allen Bereichen (Computer, Nachrichtenübermittlung, Fahrzeugtechnik) und

- der Umgang mit ABC – Gefahrenstoffen.

Hier seien kurz die Stationen der Ausbildung dargestellt, die für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr angeboten werden:

- Zunächst ist für jeden / jede Feuerwehrmann / -frau Anwärter- / in eine Grundausbildung erforderlich, die sich über zwei Jahre erstreckt und 160 Stunden Grundlehrgang beinhaltet.

In dieser Zeit werden theoretisches und praxisbezogenes Training eng miteinander koordiniert.

Ziel dieser Ausbildung ist die Befähigung zur Übernahme von grundlegenden Tätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz.

Diese Ausbildung ist in Module gegliedert.

Nach jeder Einheit muss ein schriftlicher und praktischer Nachweis erbracht werden.

Erst wenn dieser vorliegt, bezeichnet sich der /die Anwärter- / in als Feuerwehrmann / -frau und Truppmann / -frau.

Lerninhalte sind:

- Erste Hilfe

- Brand- & Löschlehre

- Kenntnisse der Rechtsgrundlagen für Brand- & Zivilschutz

- Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung

- Fahrzeug- & Gerätekunde

- Umgang mit der persönlichen Ausrüstung

- Umgang mit Rettungsgeräten

- Möglichkeiten zum Retten & Selbstretten

- Unfallverhütung

- Kenntnisse von besonderen Gefahren der jeweiligen Einsatzstellen

- Notwendigkeit der Stressbewältigung und der Nachsorge

- Ausbildung zum Sprechfunker

In dieser Ausbildung geht es um die Handhabung der Funkgeräte.

Daneben werden rechtliche und physikalisch – technische Kenntnisse, des Sprechfunkbetriebes und Kartenkunde vermittelt.

- Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger- / in

Die Lerninhalte hier sind das Kennerlernen von Atemgifte, das Ausmaß der Gefährdung verschiedener Atemgifte, die Notwendigkeit von Atemschutzgeräten, der Einsatz und Umgang mit Atemschutzgeräten.

Besondere Lehrgänge gibt es z. B. für folgende Bereiche:

Technische Hilfeleistung

Maschinist von Löschfahrzeugen

Fahrerlaubnis der Klasse C

Maschinist für Drehleitern

Technische Hilfeleistung Wald

Absturzsicherung

Gefährliche Stoffe und Güter (ABC – Einsatz)

Darüber hinaus gibt es noch Führungslehrgänge und besondere Seminare an dem Institut der Feuerwehr (IdF), auch Landesfeuerwehrschule genannt, in Münster.

Zu diesen Aus- und Fortbildung kommt die Teilnahme an den 14tägigen Übungsabenden.