Chronik Feuerwehr Telgte
Seit 1885

Löschzug Telgte

IX Auf dem Weg in die Gegenwart

1) LZ Telgte

Wegen der hervorragenden Erreichbarkeit der Wehrmänner über Funkmeldeempfänger (nicht nur zu Hause), wurde 1990 die „Drahtalarmierung“ über die Klingelleitung endgültig aufgegeben. FF Telgte, Löschzug Telgte, UBM H. Dreesen

Steuerungsgerät für die Klingelanlage Gut zu sehen sind die drei Taster für Gruppe I, Gruppe II und Gruppe I und II. Außerdem konnte ein unterschiedliches Signal für Übung und Alarm gegeben werden.
Steuerungsgerät für die Klingelanlage Gut zu sehen sind die drei Taster für Gruppe I, Gruppe II und Gruppe I und II. Außerdem konnte ein unterschiedliches Signal für Übung und Alarm gegeben werden.

Mit ein Grund dafür war wohl auch, was man in Telgte zumindest über lange Zeit hinweg unbedingt verhindern wollte, dass die Notrufabfrage für Telgte, Everswinkel und Ostbevern in die Leitstelle des Kreises nach Ahlen verlegt wurde. Am 07. März 1990 wurde die Notrufabfrage endgültig nach Ahlen abgegeben. Dieses war in der ersten Zeit noch mit reichlich Problemen und Kritik behaftet. Mit Josef Strotmeier hatte die Wehr einen neuen Kopf an ihrer Spitze. Zum ersten Mal in der Geschichte der Telgter Wehr wurde am 23.5.1992 ein Leistungsnachweis für alle Wehren des Kreises Warendorf in Telgte durchgeführt. Diese Mammutveranstaltung wurde nur durch die sehr gute Zusammenarbeit der Wehren Telgte, Raestrup und Westbevern ein voller Erfolg. Nach langen Diskussionen wurde 1992 beschlossen, dass die Kreisschlauchpflegerei in Telgte aufgelöst wird. An ihrer Stelle sollte diese und andere „feuerwehrtechnische Einrichtungen“ zentral nach Ahlen verlagert und dort dafür entsprechende Neubauten errichtet werden. Dieses Vorhaben stand jedoch 1993 noch auf wackligen Beinen und es war nicht sicher innerhalb welcher Zeit die Realisierung durchgeführt werden würden. Von der Bundesregierung wurde angedacht eine Neuverteilung der vorhandenen Bundesfahrzeuge durchzuführen. Für Nordrhein – Westfalen hätte dieses Vorhaben zur Folge gehabt das rund 30 % der vorhandenen 294 Fahrzeuge für den erweiterten Katastrophenschutz wegfallen würden. (Im Bezirk Münster wurden 206 LF 16 TS, 78 RW und 10 SW des Bundes von den Gemeinden genutzt.) Die etwaigen Folgen einer solchen Maßnahme, die nötig gewesen wäre um den mangelnden Feuerschutz der neuen Bundesländer zu verbessern, liegen klar auf der Hand, die Schlagkraft der Wehren würden zum Teil erheblich geschwächt. Zum Glück wurde dieses Vorhaben nicht weiter verfolgt. Auch bei der Sirenen – Anlage wurde 1996 abgespeckt. Von den ehemals 34 Sirenen im Stadtgebiet sollte nur noch eine auf dem Schlauchturm der Feuerwehr überbleiben. Nur in Westbevern und Raestrup, wo jeweils eine Sirene verbleiben sollte, wurde diese noch zur Alarmierung der Feuerwehr durch die Rettungsleitstelle mit genutzt, die in Telgte konnte nur im Gerätehaus ausgelöst werden. Archiv FF Telgte, Löschzug Telgte

Ab diesem Zeitpunkt gehörte das auslösen der Sirene, hier im Telgter Gerätehaus, der Vergangenheit an
Ab diesem Zeitpunkt gehörte das auslösen der Sirene, hier im Telgter Gerätehaus, der Vergangenheit an

Am 10.08.1994 wurde der erste Spatenstich zum Neubau des Feuerwehrzentrums des Kreisfeuerwehrverbandes Warendorf in Ahlen getan. Bereits am 06.12.1995 konnte die Feuerwehr Ahlen in dem Gebäudekomplex am Konrad – Adenauer – Ring einziehen, und 1997 konnten die Einrichtungen des Kreisfeuerwehrverbandes ihren Betrieb aufnehmen. Seit diesem Tag befinden sich hier die Schlauchpflegerei und die Atemschutzstrecke für den gesamten Kreis Warendorf. Damit wurde die Anlage in Telgte geschlossen. FF Telgte, Löschzug Telgte, UBM H. Dreesen

Ansicht der Feuer- und Rettungswache der Stadt Ahlen, die auch die Kreisschlauchpflegerei und die Atemschutzstrecke beherbergt
Ansicht der Feuer- und Rettungswache der Stadt Ahlen, die auch die Kreisschlauchpflegerei und die Atemschutzstrecke beherbergt

Seit 1996 steht Alfons Huesmann an der Spitze der Wehr. Da die Zeit nicht stehen bleibt stand wieder ein Jubiläum vor der Tür. Das 112jährige Bestehen der Wehr wurde am 23. und 24.08.1997 mit einem „Showabend“ im Bürgerhaus, und einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert. Der Jahreswechsel 1999 / 2000 stand bevor, und überall bestand eine gewisse Unsicherheit wie denn die Computeranlagen usw. mit diesem Jahreswechsel umgehen würden. Aus diesem Grund wurde in der Feuerwache eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Diese wurde vom Silvesterabend 18 Uhr bis zum Neujahrsmorgen 8 Uhr eingerichtet, und (unüblich für Telgte) 24 Kameraden schoben Dienst, in der Nacht der Nächte. In Westbevern und Raestrup wurde eine extra Anlaufstelle eingerichtet. Außerdem wurden die Stadtwerke ab 22.30 Uhr und die örtliche Polizeiwache ab 21 Uhr besetzt, und DRK und MHD besetzten auch ihre Unterkünfte. Alle Vorsichtsmaßnahmen brauchten glücklicherweise nicht in die Tat umgesetzt werden, da der Jahreswechsel ruhig verlief. Sogar der Ausbruch der „Maul – und – Klauen – Seuche“ zeigte im März 2001 seine Auswirkungen auf die Feuerwehr Telgte. So wurde z. B., um eine Verschleppung zu vermeiden, eine Landjugendparty und die Frühjahrsübung der Feuerwehr in Westbevern abgesagt. Für den Fall der weiteren Ausbreitung bestanden für die Kreise und Städte Steinfurt, Münster und Warendorf bereits Katastrophenpläne zum weiteren Vorgehen der Feuerwehren und anderer Organisationen. Seit dem 06.08. führen die Einheiten LG Raestrup und LZ Stadt ihren Ausbildungsdienst gemeinsam durch. Dies war aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb der Wehr notwendig geworden, um einen kompletten Zusammenbruch der LG zu verhindern. Bei einem der schrecklichsten Terroranschläge wurden am 11.09.2001 in Amerika 2992 Menschen getötet, darunter ca. 300 Feuerwehrkameraden. Kurz zu den Ereignissen und dem Ablauf dieses Tages nach New Yorker Ortszeit. Am Morgen kapern 19 muslimische Terroristen vier US – Boeings. 08.46 Uhr Ein Flugzeug rast in den nördlichen Turm des World Trade Centers in New York, mit 405 Meter eines der höchsten Gebäude der Welt. 09.03 Uhr Ein zweiter Jet fliegt in den Südturm 09.37 Uhr Ein drittes Flugzeug rast in das Pentagon (Sitz des Verteidigungsministeriums) in Washington. 10.03 Uhr Ein viertes Flugzeug stürzt südlich von Pittsburgh auf freiem Feld ab. Sie sollte vermutlich das Weiße Haus treffen. (Selbst das Datum für diesen Anschlag war genauestens gewählt worden. Da bei der Datumsangabe in Amerika erst der Monat und dann der Tag genannt wird, ereignete sich der Anschlag am 09.11. was wiederum die amerikanische Notrufnummer ist. In den amerikanischen Medien war somit, wenn von der Zeit nach dem 09.11. berichtet wurde, immer die Rede von „The day after 911“.) Zum Gedenken der vielen getöteten Menschen, besonders der im Einsatz ums Leben gekommenen Rettungskräften, gedachten mehrere Tausend Helfer aus dem gesamten Münsterland am 20.09. im hohen Paulus Dom zu Münster ihrer Kameraden. Archiv FF Telgte, Löschzug Telgte aus Münstersche Zeitung, Freitag, 21. September 2001 131. Jahrgang / 38. Woche / Nr. 220 Wie eng man in so einem Augenblick mit den Kameraden im entfernten Amerika zusammen steht zeigt die Tatsache, dass von den Feuerwehren Telgte, Raestrup, Westbevern und der Jugendfeuerwehr 70 Kameradinnen und Kameraden an der Gedenkfeier teilgenommen haben. Brandschutzdirektor a. D. Kurt Klösters bekam 2001 den Auftrag einen Brandschutzbedarfsplan zu erstellen. Anhand von Einsatzstatistiken der vergangenen Jahre und unter besonderer Berücksichtigung spezieller Gegebenheiten vor Ort (Bahnlinien, Bundesstraßen, Industrie, Einwohnerzahl, Bebauung, Krankenhäuser und Pflegeheime etc.) wurde ermittelt, was für die Einsatzbereitschaft der Wehr notwendig ist. Dieser Soll – Zustand wurde dann mit dem Ist – Zustand abgeglichen, und so war schnell zu erkennen wo Verbesserungsbedarf besteht. Im November 2002 lag dieser Brandschutzbedarfsplan in einem Umfang von fast 400 Seiten vor. Da der Löschzug Stadt in diesem Jahr ein Schlauchboot mit Motor erhalten hat wurden 15 Kameraden zum dem Lehrgang „Sportbootführerschein Binnen“ gesandt um den Umgang und die Handhabung mit diesem neuen Einsatzmittel zu erlernen. Im April 2003 befaste sich der Rat mit dem Inhalt des Brandschutzbedarfsplanes. Als enthaltenen Hauptforderungen stellten sich heraus: - der Schutzziel – Erreichungsgrad ist zu optimieren - für den Bereich Telgte Stadt ist ein zweiter LZ notwendig, hauptsächlich Wochentags zwischen 6 und 18 Uhr, in Westbevern sieht die Personalsituation in dieser Zeit besser aus - die Unterbringung - das Gerätehaus Telgte platzt aus allen Nähten. Klösters kommt in seinem BSBP zu dem Schluss den Standort Ritterstraße beizubehalten und einen zweiten Standort z. B. im Orkotten aufzubauen - das Gerätehaus Westbevern muss den Anforderungen angepasst werden - das Gerätehaus Raestrup muss dringend überarbeitet werden, sollte jedoch unbedingt beibehalten werden - der Fuhrpark bedarf einer dringenden Überarbeitung bis 2015 sollen laut BSBP 8 Fahrzeuge beschafft werden Am 15.12.2003 erhielt die Telgter Feuerwehr den Preis „Menschen für Menschen“ von der Thünte – Stiftung. In der Laudatio von Dr. T. Ostendorf hieß es über die Feuerwehr, „Ihr gemeinnütziges Engagement ist soziales Kapital für unser Gemeinwesen.“ Sogar eine Wärmebildkamera gehört zur Ausrüstung der Telgter Wehr. Diese bekam die Wehr 2004 von der Provinzial – Versicherung, wie 64 andere Wehren in Westfalen auch. Sie wird neben Telgte auch bei den Nachbarwehren eingesetzt um Brandnester aufzuspüren und um vermisste Personen zu suchen. Beim Zugdienst am 01.08.2005 wurde eine der über dem Gerätehaus liegenden Wohnung mittels eines Rauchgenerators verqualmt, um die Suche nach vermissten Personen zu üben. Da bei dieser Übung starke Rauchschwaden aus den Fenstern quollen, rief eine besorgte Anwohnerin die Rettungsleitstelle in Warendorf an und meldete, dass es in der Feuerwache brennen würde. Das Missverständnis konnte schnell aufgeklärt werden, und den alarmierten Einheiten wurde gemeldet, dass sie nicht zum Einsatz kommen müssten und ihren Übungsdienst fortsetzen könnten. Am 01.02.2006 ereignete sich der wohl größte Einsatz in der Geschichte der FF Telgte. In einer Villa war es durch einen defekten Fernseher zu einem Zimmerbrand gekommen. Die ersten am Brandherd angekommenen Atemschutz – Trupps wurden durch einen Flashover überrollt, wodurch sich der Brand auf die gesamte Etage ausbreitete. Hierbei wurde ein Kamerad verletzt, die beiden Hausbewohner zogen sich eine Rauchgasvergiftung zu. Erschwerend wirkte sich neben dem Wetter (die Temperaturen lagen bei – 4 C und es herrschte starker Nebel) die Lage des Objektes im Klatenberg aus. Im Einsatz befanden sich 12 Löschzüge, 5 THW – OG, 5 RTW, 2 NEF und 2 SEG`en mit 250 Einsatzkräften. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Auch 2006 rückten wieder einmal Tierseuchen bedrohlich nah an und in unser Einsatzgebiet. Zum einen wurde in den Landkreisen Recklinghausen und Borken die „Schweinepest“ entdeckt. Allein in diesen beiden Gebieten wurden über 120.000 Tiere gekeult und die Europäische Union verhängte für ganz NRW ein Transportverbot für lebende Schweine. Lediglich Transporte zum Schlachthof waren erlaubt. Zum anderen war es die „Vogelgrippe“, hervorberufen durch den „H5N1 – Virus“. Durch die mögliche Ausbreitung dieser Seuche bedingt durch Zugvögel ging von ihr eine besondere Gefahr aus. Tote Vögel wurden durch die Feuerwehren, so auch in Telgte, eingesammelt und einer Untersuchung zugeführt, um festzustellen in wie weit sich die Seuche bereits ausgebreitet hat. Wie in den vergangenen Jahren wurden auch hier umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen ausgearbeitet. Um einen Einblick zur Prävention der weiteren Ausbreitung zu geben ist hier ein Auszug aus dem NDR – Videotext wiedergegeben. In Sperr- und Überwachungszonen von 3 bzw. 10 km Radius um eine Fundstelle gilt seit dem 04. März Hausarrest für Katzen. Hunde müssen an die Leine genommen werden. Geflügelhalter haben Sonderauflagen zu befolgen. Vor den Ställen herrscht eine Desinfektionspflicht und innerhalb ist das Tragen von Schutzkleidung verbindlich. Verstöße werden mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet. In Überwachungszonen können Ausnahmen lediglich durch die zuständigen Behörden genehmigt werden. Schutzvorkehrungen: Experten weisen darauf hin, dass bei direktem Kontakt mit erkrankten Tieren bestimmte Schutzvorkehrungen gelten. Geflügelhalter, deren Tiere erkrankt sind, müssen strenge Sicherheitsmaßnahmen beachten. Sie sollen auf „ABC – Survival – Kits“ (Schutzbrillen, Atemmasken, Schutzkleidung und -handschuhe) zurückgreifen. Nach Angaben des Robert – Koch – Instituts ist eine Vorbeugung durch virushemmende Mittel wie Tamiflu® oder Relenza® für Menschen vorteilhaft, die mit kranken Tieren in Kontakt kommen. Fachleuten zufolge besteht derzeit kein Anlass zur Panik. Dennoch müssen Nutzgeflügelprodukte vor dem Verzehr auf über 70 Grad Celsius erhitzt werden. Auch wenn lediglich eine geringe Ansteckungsgefahr zwischen Haustieren und Menschen besteht, wird das Händewaschen nach dem Kontakt empfohlen. Sollte ein Haustier Grippesymptome aufweisen und sich unnatürlich verhalten, ist ein Tierarzt aufzusuchen. Kann dieser einen Infektionsverdacht bestätigen, muss er die Veterinärbehörde oder Landesuntersuchungsämter verständigen. Ein wirksamer Impfstoff gegen die Vogelgrippe ist trotz anhaltender Forschungsbemühungen derzeit nicht in Reichweite. Von Vorratskäufen virushemmender Mittel raten Experten ab. Eine herkömmliche Grippeimpfung wird allerdings empfohlen, um eine Doppelinfektion des Menschen mit Grippeund Vogelgrippevieren auszuschließen. Auf diese Art könnte die Gefahr einer Pandemie aufgrund möglicher Genmutationen beider Grippeviren vermieden werden. NDR – Videotext, Seite 810 – 815 vom 12.03.2006 Und auf einmal war alles doch so nah was erst so weit weg erschien. In Wermsdorf, Sachsen, wird der erste Fall von Vogelgrippe bei Nutzgeflügel festgestellt. Von genau diesem Geflügelhof fuhr am 04.04. ein LKW zu einem Geflügelhof in Enniger, Kreis Warendorf. Da der Fahrer vermutlich nicht alle erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen eingehalten hatte, bestand das Risiko das er das „H5N1 – Virus“ verschleppt haben könnte. Aus diesem Grund wurden am 09.04. 11.000 Jungputen in einen Container verbracht, der mit Kohlendioxid geflutet wurde, um sie zu keulen. Am Dienstag, den 11.04., machte endlich eine erlösende Nachricht die Runde. Von den 60 untersuchten Tieren des Bestandes war keines infiziert. Ende 2009 geschah etwas, was bis dahin wohl niemand für möglich gehalten hätte. Der Landesfeuerwehrverband NRW war pleite und meldete Insolvenz an. Hierzu kam es, weil das Land NRW gewährte Zuschüsse für den Aus- und Umbau des Vereinseigenen Tagungshotel Phönix in Bergneustadt in Höhe von 2,7 Mio. € zurückrief. Die Kosten für die Baumaßnahmen waren von geplant 5,4 auf 8,2 Mio. € gestiegen. Aufgrund dieser und einiger anderer Unstimmigkeiten griff das Land zu dieser drastischen Maßnahme. Kurz darauf wurde der „Verband der Feuerwehren in NRW“ als neuer Dachverband gegründet. Ganz Deutschland schaute nach Telgte, und dass leider nicht mit Respekt und Anerkennung. Besonders in Telgte ging das Jahr 2009 wohl als das Wahljahr schlechthin in die Geschichte ein: ▪ 07.06. Europawahl ▪ 30.08. Kommunalwahl ▪ 27.09. Bundestagswahl ▪ 13.12. Kommunalwahl Ja, das ist kein Druckfehler, in Telgte wurde zweimal eine Kommunalwahl durchgeführt. Der Grund hierfür war die Tatsache, dass bei der ersten Wahl am 30.08. durch ein Versehen 560 Briefwahlstimmen vor ihrer Auszählung vernichtet wurden. Da das Wahlergebnis äußerst knapp war, musste die Wahl unter denselben Voraussetzungen weiderholt werden, also ohne einen Gegenkandidaten für den Bürgermeister. Durch seine Neiderlage in der zweiten Wahl, erfolgte eine dritte Kommunalwahl am 09.05.2010, zusammen mit der Landtagswahl. Für das Amt des Bürgermeisters sah das Wahlergebnis wie folgt aus: Herr Dr. Dietrich Meendermann 30.08.2009 ja 4342 nein 4257 13.12.2009 ja 4151 nein 4185 Herr Wolfgang Pieper 09.05.2010 ja 7780 (71,5 %) Das dieses Wahlergebnis zwischen dem 30.08.2009 und dem 09.05.2010 natürlich auch und gerade für die Belange der Feuerwehr von erheblicher Tragweite warenkann sich jeder denken, da die Geschäfte der Stadt während dieser Zeit „nur“ Kommissarisch weitergeführt wurden. Da aus diesem Grund der Neubau des Gerätehauses über etliche Wochen und Monate nicht vorangetrieben werden konnte, wurden im bestehenden Gerätehaus an der Ritterstraße einige Instandsetzungund Modernisierungsarbeiten durchgeführt, wie z. B. die Installierung einer ▪ Größeren Wasserleitung, um die Tanklöschfahrzeuge schneller betanken zu können ▪ Abgasabsauganlage und Verbesserung der Lüftung in der Fahrzeughalle ▪ Zentrale Stromund Druckluftversorgung der Fahrzeuge ▪ Bzw. Verbesserung der EDV- und Telefonanlage Auf diese Arbeiten hatte die Wehrführung in der Vergangenheit verständlicher Weise verzichtet, da es ja so schien, dass der Neubau nicht mehr in großer Zeitlicher Entfernung stehen würde. Um das 125jährige Jubiläum des Löschzuges 2010 gebührend zu feiern wurden einige Aktivitäten geplant, unter anderem am ▪ 08.05. Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbandes Warendorf ▪ 02.10. Zapfenstreich im Dümmert mit anschließendem Biwak ▪ 06.11. eine Feier mit allen Kameraden im Bürgerhaus Zur Durchführungsreife gelangte leider nur die Veranstaltung am 08.05.. Außerdem wurden alle Feuerwehrmitglieder am 14.09. ins Rathaus eingeladen, zum alljährlichen Empfang zum Mariä – Geburts – Marktes. Und endlich, nach langer, langer Zeit sollte auch ein neues Gerätehaus langsam aber sicher Wirklichkeit werden. Am 14. November 2013 wurde der obligatorische „erste Spatenstich“ gefeiert. www.feuerwehr-telgte.de

Beim ersten Spatenstich, Wachleiter Frank Haske, Architekt Reinhard Martin, Wehrführer Alfons Huesmann, Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeister Wolfgang Pieper.
Beim ersten Spatenstich, Wachleiter Frank Haske, Architekt Reinhard Martin, Wehrführer Alfons Huesmann, Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeister Wolfgang Pieper.

Am 01.06.2015 war es dann endlich soweit, das neue Gerätehaus konnte bezogen werden. Dazu trafen sich die Kameradinnen und Kameraden des Löschzuges und fuhren in Kolonne vom alten Gerätehaus an der Ritterstraße, zum neuen Standort an der Alverskirchener Straße. FF Telgte, Löschzug Telgte, UBM H. Dreesen

Das neue Feuerwehrgerätehaus
Das neue Feuerwehrgerätehaus

Der Öffentlichkeit wurde das neue Domizil im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“ am 23.08.2015 vorgestellt. An diesem Tag fanden sich so viele Besucher am Gerätehaus an, das man wohl sagen kann, dass dies die größte Veranstaltung dieser Art war die jemals durchgeführt wurde. Die Vergangenheit zeigte mehrfach, dass ein adäquates System fehlt, um die Bevölkerung vor Gefahren zu warnen. Aus diesem Anlass wurde am Warntag NRW am 05.09.2019 um 10.00 Uhr zum ersten mal die neue Hochleistungssirene auf dem Rathausdach zum Einsatz in Betrieb genommen. Westfälische Nachrichten 04.09.2019 Foto: Große Hüttmann

Auf dem Rathausdach wurde die neue Hochleistungssirene installiert, die am 05.09.2019 erstmalig zum Einsatz kommt
Auf dem Rathausdach wurde die neue Hochleistungssirene installiert, die am 05.09.2019 erstmalig zum Einsatz kommt

Weitere Anlagen sollten folgen, im Frühjahr 2020 auf dem Übungsturm des Feuerwehrgerätehauses, an der Alverskirchener Straße, und auf dem Gymnasium, an der August – Winkhaus – Straße. Im Anschluss folgten dann noch zwei Anlagen für Westbevern – Dorf, auf dem Dach der Grundschule, und Westbevern – Vadrup, auf dem Dach der ehemaligen Grundschule. Gesteuert werden die Sirenen über die Leitstelle des Kreises Warendorf. Damit sie auch bei Stromausfall funktionstüchtig bleiben, ist das System über einen Akku gepuffert und bis zu acht Tagen ohne Strom einsetzbar. Die Kosten dieser Maßnahme beliefen sich auf ca. 38.000 Euro, 28.000 Euro erhielt die Stadt als Zuschuss. Bedingt durch den Ukraine Krieg Anfang 2022 und der daraus stark reduzierten Gasversorgung aus Russland entstand zunehmend die Sorge in eine Gasmangellage zu kommen. Diese, und auch Szenarien wie Unwetter oder Anschläge, würden erhebliche Engpässe in der Stromversorgung verursachen, und könnten einen längerfristigen Stromausfall verursachen. Um diesen Problematiken gegenübertreten zu können entschlossen sich viele Städte und Gemeinden Notstromaggregate anzuschaffen, um mit ihnen im Worstcase kritische Infrastrukturen und Betreuungsstellen aufrecht zu erhalten. Die Stadt Telgte setzte daraufhin folgende Punkte um - Das Feuerwehrgerätehaus Telgte wurde bereits bei seinem Neubau 2015 mit einem 60 kVA mobilen Notstromaggregat mit Lichtmast ausgestattet. Außerdem wurde das Gebäude mit einer Lasttrennschaltung ausgestattet, um eine Fremdeinspeisung zu ermöglichen. - Auch das Rathaus wurde aufgerüstet. Das bereits 1974 in den damaligen Neubau installierte 15 kVA Notstromaggregat wurde 2021 durch ein modernes 80 kVA Notstromaggregat ersetzt. - Das neue Feuerwehrgerätehaus Westbevern wird bei seiner Fertigstellung Ende 2023 identisch mit dem in Telgte ausgestattet sein. - Der Baubetriebshof wurde im Januar 2023 mit einem 32 kVA Notstromaggregat ausgestattet. Außerdem wurde das Gebäude mit einer Lasttrennschaltung versehen. Die Gesamtkosten hierfür betrugen ca. 25.000 €. Westfälische Nachrichten 03.02.2023 Foto: Stefan Flockert - Um die Marien Schule Telgte und die Christopherus Schule Westbevern als Betreuungsstellen zu ertüchtigen wurden auch diese im März 2023 jeweils mit einem 32 kVA Notstromaggregat und einer Lasttrennschaltung ausgestattet. Hochwasser Weihnachten 2023 BSBP TEO 2024