Chronik Feuerwehr Telgte
Seit 1885

Löschgruppe Westbevern – Brock

5) LG Westbevern – Brock bis 1926

Wie in so vielen Orten gab es auch in Brock eine selbstverständliche Verpflichtung zur Hilfe, wenn es brannte. Jeder männliche Einwohner eilte mit dem im Haus griffbereit stehenden Feuereimer an die Brandstelle, wo der Löschdirigent das Kommando übernahm. Er setzte die Mannschaften entsprechend ein. Um richtig reagieren zu können, musste man wenigstens zweimal im Jahr verpflichtend an einer Übung teilnehmen, weshalb man auch von einer „Pflichtfeuerwehr“ sprach. Bereits 1881 wurde für Brock eine neue „Abprotzdruckspritze“ der Firma Hönig aus Köln zum Preis von 600 Mark beschafft. Sie ist zweirädrig und zum Ziehen eingerichtet. Bei weiteren Entfernungen kann sie auf jeden beliebigen Wagen gehoben und zur Brandstelle gefahren werden. Sie besitzt nur eine Druckvorrichtung und ist mit 24 Meter Hanfschläuche versehen. Zur Spritze gehören außerdem 2 Wasserkübel, eine Leiter und ein Feuerhaken. Use Brock – Beiträge zur Entwicklung einer Münsterländer

Bauernschaft Heimatverein Ostbevern, Eugen Kotte Vom Ledereimer zur organisierten Wehr, Franz Saabe

Hierfür wurde am Brüsken Damm, zwischen der Schule und Dieckmann – Demmer das erste Spritzenhaus gebaut. In der Jahresabrechnung 1884 der Gemeindekasse Westbevern sind erstmals die Gehälter für drei Rohrführeraufgeführt, für Westbevern, Vadrup und Westbevern – Brock. 1899 teilte der Amtmann Schirmer dem Landrat in einem Schreiben vom 25. Mai unter anderem folgendes mit: Es wird hinzugefügt, dass in der Bauernschaft Vadrup und Brock, wo je eine Feuerspritze aufgestellt ist, ein Gemeinde – Verordneter die Leitung übernimmt und außerdem ein Rohrführer und ein Stellvertreter, welcher mit der Führung der Spritze vertraut ist, eingestellt sind. Besondere Bedienungsmannschaften können nicht aufgestellt werden, in dem die einzelnen Gehöfte in zu weiter Entfernung auseinander liegen und werden daher, um die Bedienung der Spritze kennen zu lernen, bei den zweimal im Jahr stattfindenden Proben 12 Bedienungsmannschaften nach Hausnummernfolge beordert.

Archiv FF Telgte

Diese Art der Brandbekämpfung wurde, aufgrund der oben genannten Probleme und da man mit dieser „Organisation“ recht zufrieden war, sehr lange beibehalten. Um 1900 erhielt die Mannschaft ein neues Spritzenhaus in der Nähe der Volksschule, welches noch bis Ende der 50er Jahre stand.