Löschzug Telgte
VIII Vom „kalten Krieg“ zur Wiedervereinigung
1) LZ Telgte
Da der stetige Ausbau des Fuhrparks, bedingt durch immer größere Anforderungen die an die Wehr gestellt werden, dazu führte das die Kapazitäten der Fahrzeughallen nicht mehr ausreichte, konnte 1976 der fertiggestellte Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben werden. Im Rundblick vom 26.08. war zu lesen, dass beim Einsatz wertvolle Zeit verstreicht da das 20 Jahre alte TLF lediglich 65 bis 70 km/h schnell ist. Es würde zwar auf dem Markt ein Zusatzgerät geben, wodurch das Fahrzeug 20 km / h schneller werden würde, doch ist dafür leider kein Geld vorhanden. Nicht zuletzt auf Grund der modern eingerichteten Schlauchwäsche wurde Telgte am 1. Januar 1977 offiziell Sitz einer der beiden Kreisschlauchpflegereien im Kreis Warendorf. Die Feuerwehren Beelen, Everswinkel, Ostbevern, Sassenberg, Telgte und Warendorf waren zu versorgen. (Die anderen Wehren wurden von Beckum versorgt.) Damals wurde Franz Saabe für die Kreisschlauchpflegerei II eingestellt. Im Laufe der Zeit erkannte man das von einem Schweißgerät zur Öffnung von Verunfallten Fahrzeugen ein zu großes Gefahrenpotenzial ausging. Aus diesem Grund wurde eine Rettungsschere beschafft, die 1981 bei einem Verkehrsunfall auf der Ostbeverner Straße zum ersten Mal eingesetzt wurde. Ab dem 03.08.1981 wurden die Notrufe der Städte Everswinkel, Ostbevern und Telgte in dem Gerätehaus der Feuerwehr Telgte entgegengenommen. Von hier aus wurden dann die entsprechenden Rettungskräfte alarmiert. In Ostbevern war bisher der Gerätewart und seine Frau, Inge und Lukas Füssel, für die Entgegennahme der ankommenden Notrufe zuständig. Sie mussten immer gewährleisten, dass jemand zu Hause ist um einen evtl. Notruf entgegenzunehmen. Für heutige Verhältnisse eine unlösbare Aufgabe, die die ganze Familie forderte.
Heino Paulfeuerborn übernahm 1982 die Führung der Wehr. Unter seiner Federführung wurde vom 16. – 20.05.1985 das 100jährige Bestehen der Wehr und das 60jährige Bestehen des Musikzuges gefeiert. Das stolze Jubiläum wurde mit einem großen Zapfenstreich auf dem Marktplatz begonnen. Der Samstag sah neben einem Empfang im Rathaus, einer Übung, und Fahrzeugschau einen Tanzabend vor. Am Sonntag wurde ein Festhochamt begangen, und dem Empfang der Nachbarwehren zur Gratulation.
Die Stadt Telgte feierte am 5.6.1988 ihr 750jähriges Stadtjubiläum. An den Feierlichkeiten und dem dazu durchgeführten Festumzug beteiligte sich auch die Telgter Feuerwehr. Zum 75jährigen Bestehen des Löschzuges Westbevern – Dorf am 3.7.1988 überbrachten natürlich auch die Telgter Kameraden ihre Glückwünsche. 1989 wurde vom damaligen Kreisbrandmeister Roggenkämper, aufgrund des Rücktrittes von Brandmeistern und des Stadtbrandmeisters, ein Prüfungsbericht vorgelegt, in dem die Telgter Wehr reichlich Kritik erntete. Nicht an der Einsatzbereitschaft und – fähigkeit der Feuerwehrmänner, sondern an dem Fuhrpark und der Ausstattung wurde reichlich kritisiert. Die Gliederung der Wehr stellte sich wie folgt da. - zwei aktive Mitglieder in der Wehrführung - LZ Telgte 53 aktive Mitglieder - LG Raestrup 21 aktive Mitglieder - LG Westbevern – Dorf 22 aktive Mitglieder - LG Westbevern – Vadrup 7 aktive Mitglieder. Nach Meinung des Kreisbrandmeisters müsse der LZ Stadt eine Stärke von 65 Wehrmännern haben, und die LG Vadrup aufgrund der geringen Personalstärke und der baulichen Situation in die LG Dorf integriert werden sollte. Westbevern – Dorf sollte dann ein LZ sein mit 35 aktiven Mitgliedern. Darüber hinaus müsste es in den einzelnen Einheiten mehr Personal mit entsprechenden Führungslehrgängen geben. Auch die Tätigkeitslehrgänge (Atemschutz, Sprechfunker, Technische Hilfe) müssten umfangreicher besucht werden und auf alle Einsatzeinheiten verteilt werden. An der Alarmierung müsse auch gearbeitet werden, da zu wenig und z. T. veraltete Meldeempfänger zur Verfügung stehen würden. Zuletzt prangerte er die Einsatzkleidung an, die nicht den Vorgaben der Berufsgenossenschaften entsprechen würden. Um diese Missstände zu beseitigen wurden von der Stadt zusätzliche Mittel in Höhe von 116550 DM und vom Kreis Zuschüsse von 11850 DM bewilligt. Außerdem wurden in den nächsten zwei Jahren insgesamt vier Ersatzbeschaffungen für Fahrzeuge durchgeführt. Im Laufe der nächsten Jahre wurden dann die aufgezeigten Defizite beseitigt und die Wehr auf einen neuen Kurs gebracht.