Chronik Feuerwehr Telgte
Seit 1885

Löschzug Telgte

VI Die Freiwillige Feuerwehr Telgte im dritten Reich und der II. Weltkrieg

1) LZ Telgte

Aus „Feuerwehrgeschichten“,

Reichseinheitlich erfolgte laut Verordnung die Einführung dieses Emblems. An Uniformen und Geräten wurden die Abzeichen zur Betonung der staatlichen Autorität angebracht. Der Zuschnitt der Dienstkleidung der Feuerwehr stimmte genau mit der Polizeiuniform des Deutschen Reiches überein.
Reichseinheitlich erfolgte laut Verordnung die Einführung dieses Emblems. An Uniformen und Geräten wurden die Abzeichen zur Betonung der staatlichen Autorität angebracht. Der Zuschnitt der Dienstkleidung der Feuerwehr stimmte genau mit der Polizeiuniform des Deutschen Reiches überein. Herausgegeben aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Ostbevern

Auch an Telgte ist diese Zeit nicht spurlos vorüber gegangen. Alle Einwohner / -innen und Vereine hatten sich dem Regime zu unterwerfen. Der Weg in die Katastrophe 1932 11. Juni Die SS – Gruppe Telgte wird gegründet. Anfang Dezember Der Stützpunkt Telgte der NSDAP wird gegründet. 1933 30. Januar Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. 6. Februar Sitzung der Gemeindevertretung, die aufgrund des Tages zuvor erlassenen Verordnungen über die Auflösung der Gemeindeparlamente keine Beschlüsse mehr fassen darf. 19. Februar Der NSDAP – Stützpunkt wird zur Selbstständigen Ortsgruppe. Propagandamarsch unter Beteiligung des Telgter SA – Sturms und der SS: 5. März Bei der Reichstagswahl verzeichnet das Zentrum in Telgte mit 62,4 % deutliche Verluste. Die NSDAP verdoppelt dort mit 26,1 % ihren Stimmenanteil, bleibt aber weiter unter dem Reichsdurchschnitt (43,9%). 9. März Erstmaliges Hissen der Hakenkreuzfahne am Rathaus. 12. März Bei den Kommunalwahlen schafft kein Nationalsozialist den Sprung in die Amt- Gemeindevertretung Telgte – Kirchspiel. In der neuen Stadtvertretung übernimmt die NSDAP zwei von zwölf Sitzen. 21. März Fackelzug durch Telgte im Rahmen der Feierlichkeiten zur Reichstagseröffnung mit Vertretern zahlreicher Telgter Schulen, Chören, Verbände und Vereine. Studienrat Storz hält vom Balkon des Rathauses eine Ansprache mit Worten „des nationalen und deutschen Bekenntnisses“ sowie der „Einladung an die noch Abseitsstehenden“. 2. April Der Marienbote schreibt, dass das katholische Telgte durchaus bereit sei, zunächst einmal „im Neuen das Gute“ zu sehen. 8. April Erste Sitzung der neuen Stadtverwaltung: Von der Wand des Sitzungssaals grüßt, wie der Marienbote berichtet, „eindrucksvoll und wuchtig“ das Hakenkreuz, das „auf die neue Zeit“ hinweisen soll. Die NSDAP fordert zwar für sich das Amt des Stadtvorstehers, gewählt wird jedoch der bisherige und wenig später von der Gauleitung bestätigte Amtsinhaber Heinrich Wichmann. Der parteilose, aber dem Zentrum nahe stehenden Bürgermeister Ernst Arensmeyer versichert, dass in der Verwaltung „die Sauberkeit und Reinlichkeit geherrscht habe und herrsche, wie sie von der neuen Regierung mit vollem Recht verlangt“ werde. 27. April Noch fünf jüdische Familien leben in Telgte. Die NSDAP – Stadtvertreter beantragen, an Juden oder jüdische Geschäfte keine Bezugsscheine oder sonstige Mittel mehr zu vergeben. Später dürfen sie nicht mehr das Emsfreibad besuchen oder auf Ems und Werse paddeln. Bis Mai Bis zur vorübergehenden Aufnahmesperre erfolgt in Telgte – auch bei Amts-, Stadt- und Gemeindevertretern – eine starke Eintrittswelle zur NSDAP, die in der Folgezeit aber nach verschiedenen Angaben auf weniger als 300 Mitglieder kommt. Auch Ortsgruppen der HJ und des Bundes Deutscher Mädel entstehen in er Folgezeit. 14. Mai Sitzung der NSDAP – Ortsgruppe im großen Althaus`schen Saal, der laut Marienbote „bis auf den letzten Platz gefüllt“ ist. 5. Juli Das Zentrum, dem in Telgte die meisten Wähler nahe standen, löst sich als letzte der bürgerlichen Parteien selbst auf. Neun Tage später werden alle Parteien außer der NSDAP verboten. 1934 Anfang Die Selbstverwaltungskörperschaften werden aufgelöst, die neuen Gemeinderäte nicht mehr gewählt, sondern auf Vorschlag des Gauleiters für sechs Jahre berufen. Der Marienbote wird nach zunehmenden kritischen Tönen vorübergehend verboten. 1935 Der Marienbote wird ganz eingestellt. 1937 Ende Bürgermeister Ernst Arensmeyer wird als Anwärter der NSDAP geführt, Anfang April 1939 Mitglied. 1938 8. / 9. November Progromnacht: Nachdem die in Telgte stationierte Einheit des Reichsarbeitsdienstes sich geweigert hat, verwüsten SA – Leute die örtliche Synagoge und brennen diese einen Tag später nieder. 1938 1. September Kriegsbeginn 1941 9. Januar Die Verwaltung meldet das Amt Telgte als „judenfrei“.

Westfälische Nachrichten Mittwoch, 06.02.2008 Nr. 31 / 6. Wo

Selbst Strukturen und Organisationen der Feuerwehren und des Feuerlöschwesens wurden durch Gesetze und Runderlasse umgestellt und geregelt. Als Beispiel seien hier - das Preußische Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 - der Runderlass „Angleichung der außerpreußischen Feuerwehren“ des Reichs- und Preußischen Minister des Inneren vom 12. Januar 1936 - das Gesetz über das Feuerlöschwesen („Reichsfeuerlöschgesetz“) vom 23. November 1938 Genannt. … Der oberflächliche Betrachter wird nur erkennen, daß die Mehrzahl der Wehren eines Ortspolizeibezirkes eine Wehr geworden ist, daß die Führer von den Polizeiaufsichtsbehörden und dem Provinzialfeuerwehrführer zu ernennen sind, daß die Uniformen Änderungen erfahren hat, daß die Feuerwehrmänner das Hoheitszeichen der Polizei tragen, daß der Dienst in den Wehren strammer geworden ist, daß aber der Feuerwehr als Hauptaufgabe immer noch die Bekämpfung von Bränden gestellt wird. Ähnlich mögen sich auch ganz unbeteiligte die Neuordnung der freiwilligen Feuerwehren vorstellen. Und doch ist es grundlegend anders. Wer die folgenden Kapitel: 1. Organisation und Aufgaben der freiwilligen Feuerwehr, 2. Zusammenarbeit zwischen Ortspolizeiverwaltung und Feuerwehr, 3. die Gemeinden und das Feuerlöschgesetz, zu ergründen versucht, wird von selbst zu der Überzeugung kommen, daß die freiwillige Feuerwehr von heute in ihrem ganzen Wesen und Handeln eine andere sein muß als sie vor Erlaß des Gesetzes über das Feuerlöschwesen war. … Aus „Das Dienstjahr der freiwilligen Feuerwehr“, II Auflage, Carl Henemann Verlag – Berlin, 1935, Seite 10

Archiv FF Telgte, Löschzug Telgte

Für Telgte wurde diese Umwandlung der Wehr durch die Umsetzung des Gesetzes vom 15. Dezember 1933 am 15. Februar 1934 im Lokal des Gastwirtes Ferdinand Stumpe vollzogen. Die 159 Teilnehmer beschlossen die Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr für den Ortspolizeibezirk Telgte e. V.“, die sich in 5 Löschzüge gliederte, und Westbevern mit der Telgter Wehr vereinte. Bestanden bis dato 35 Wehren im Landkreis Münster, wurden sie durch das neue Gesetz zu 7 Wehren zusammengefasst, wobei jeder Amtsbezirk eine eigene Feuerwehr hatte. (Die damaligen Gemeindefeuerwehren bestanden innerhalb der Amtsfeuerwehren als 2 Normalzüge (Hiltrup und Telgte) und 47 Halbzüge. An Ausrüstung war im Kreis Münster vorhanden: 9 Motorspritzen, 8 automobile Mannschaftswagen, 9 Zubringer, 33 Saugund Druckspritzen, 3 mechanische Leitern, 2 Schiebleitern, 80 Hakenleitern, 10 Schlauchhaspelwagen, 8 Gerätewagen, 329 Kleinlöschgeräte. Hydranten befanden sich schon damals in Hiltrup, Nottuln und Telgte. Die Alarmierung erfolgte durchweg mittels Anschlagen der Kirchenglocken bzw. Hornsignale. In Greven, Hiltrup und Roxel besaß man Sirenen und in Telgte eine „Weckerlinie“.) Darüber hinaus wurden Provinzial- und Kreisfeuerwehrverbände geschaffen, die die nunmehr vorgeschriebene Gliederung, Ausrüstung (z. B. Verwendung der Storz – Kupplung) und Stärke der Freiwilligen Feuerwehr zu überwachen hatten. 1934 wurde vom Kreisfeuerwehrführer für Münster – Land, Bürgermeister Dr. Lürken, angedacht die Feuerwehr Telgte für den zivilen Luftschutz nach Münster zu verlegen. Der damalige Bürgermeister und Hauptbrandmeister von Telgte August Arendsberg konnte sich nicht zuletzt durch den Umstand das Telgte einen „Automobil – Feuerlösch – und Gerätewagen“ besaß dagegen aussprechen. So teilte es dem Kreisfeuerwehrführer mit, „… Im Bedarfsfall kann die Freiwillige Feuerwehr in kürzester Zeit im Stadtgebiet Münster mit eingreifen. …“ Vom 22. bis 24. Juni 1935 wurde das „Jubelfest der Freiwilligen Feuerwehr Telgte, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrverbandstag in Telgte“ zum 50jährigen Bestehen gefeiert.

Festschrift zum 50jährigen Bestehen
Festschrift zum 50jährigen Bestehen Archiv FF Telgte, Löschzug Telgte

Damals wie heute wurde das vorhandene Gerät gezeigt und vorgeführt (eine Motorspritze mit Mannschaftswagen, eine große Saug- und Druckspritze, eine kleine Druckspritze, eine Magirusleiter, acht Hydranten, außerdem noch verschiedenes älteres Material), Schauübungen durchgeführt und ein Sternmarsch mit den Nachbarwehren durch die Stadt gemacht. In der Zeitung vom 14.3.1936 wurde eine neue Errungenschaft der Telgter Wehr der Bevölkerung angepriesen. Dort hieß es: – Vorführung eines Luftschaum Löschgerätes. Bei der Übung der Freiwilligen Feuerwehr Telgte findet am kommenden Montag auf dem Adolf – Hitler – Platz die Vorführung eines neuen Luftschaum – Löschgerätes statt. Alle Einwohner von Telgte, die an dieser Vorführung Interesse haben, werden hierzu eingeladen. Die Vorführung ist um 20.30 Uhr.

Vorführung einer Saug- und Druckspritze auf der Planwiese aus Anlass des Kreisfeuerwehrfestes am 24.07.1938. Zu diesem Ereignis waren 500 Feuerwehrmänner „aufmarschiert“.
Vorführung einer Saug- und Druckspritze auf der Planwiese aus Anlass des Kreisfeuerwehrfestes am 24.07.1938. Zu diesem Ereignis waren 500 Feuerwehrmänner „aufmarschiert“. Archiv FF Telgte, Löschzug Telgte Archiv FF Telgte, Löschzug Telgte

Die Zeiten sollten jedoch noch schwerer werden als sie ohnehin schon waren. So hatte die Feuerwehr z. B. an Propaganda – Veranstaltungen in Telgte, Münster und Dortmund teilzunehmen, die als „Volksversammlung“, „Propagandamarsch zum Tag des Großdeutschen Reiches“ oder „Kreistreffen der Kreisleitung Münster / Warendorf“ tituliert waren.

Bild eines Vorbeimarschs auf dem Telgter Marktplatz

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Sämtliche Brandmeister der Amtswehr wurden 1937 durch die Kreisleitung der NSDAP auf ihre politische Zuverlässigkeit überprüft, und „Wegen der allabendlichen Verdunkelung“ fanden Übungen nachmittags auf dem Sportplatz an der Ems (Hardensett`sche Wiese) statt. Auch die Reichspogromnacht, die Antwort Hitlers auf die Ermordung des deutschen Botschafters Ernst Eduard von Rath durch den Juden Herszel Grynspan Anfang November in Paris, ging an Telgte nicht spurlos vorüber. In der Nacht vom 8. auf den 9. November 1938 wurde von SA – Einheiten versucht die hiesige Synagoge zu vernichten. Durch Unstimmigkeiten der ausführenden Einheiten wurde die Synagoge am 9. November verwüstet und in der Nacht vom 9. auf den 10. November in Brand gesteckt. In dem Buch „Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933 – 1945“ steht zu dieser Nacht: … Kurz nach 23.00.Uhr ging er (Theo J., Kohlenhändler) wieder in die Synagoge, um die demolierte Wohnung … zu besehen. Er betrat die Synagoge mit einer brennenden Zigarette, durch die sich dann … das vergossene Benzin entzündete. Mit Hilfe eines anderen … will er dann aus der Synagoge herausgekommen sein. Dann lief er sofort zu der etwa 100 m entfernten Feuerwehr und holte das Löschgerät, er war selber Mitglied der Feuerwehr. An der Synagoge traf er dann noch ein paar andere Feuerwehrmänner, die ihm dann … halfen. Nach wenigen Minuten war dieser Brand gelöscht. Danach will Theo J. … nach Hause gegangen sein, … . … Die anderen Feuerwehrmänner räumten das Löschgerät wieder weg, und dann war erst einmal Ruhe… . Über die Brandstifter des zweiten Brandes … gibt es verschiedene Aussagen. … Gegen 1.00 Uhr nachts wurde also die Synagoge zum zweiten Mal angesteckt. … Die Feuerwehr wurde … alarmiert. Als sie angerückt war, wurde ihr verboten, die Synagoge zu löschen. … Während des ganzen Brandes stand die Feuerwehr gegenüber der Synagoge auf dem Bittermanschen Hof. … Als der Brand auf die anderen Häuser überzugreifen drohte, durfte die Feuerwehr diese „kalt halten“. … „Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933 – 1945“ Beitrag zum Schülerwettbewerb „Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten“ von G. Rüter und R. Westhoff als Schüler der Kardinal – von – Galen – Realschule aus dem Jahr

1981 Herausgegeben von der Stadt Telgte

Um 1940 wurde die große Spritze von Telgte nach Westbevern – Brock verlegt, und zwei alte Spritzen die bei den Bauern Farwick – Hahues in Vechtrup und Kuhlmann in Schwienhorst standen, der großen „Hermann – – Göring Altmaterialiensammlung“ zugeführt (da sie aus Kupfer und Messing bestanden). Im April 1941 wurden die Feuerwehren Gemeinde Stadt Telgte, Kirchspiel Telgte und Kirchspiel Westbevern zu der „Freiwilligen Feuerwehr des Feuerlöschverbandes Telgte“ vereint. Dieser wiederum gehörte zu der „Feuerwehrbereitschaft FB. – mot. Münster Land“, welche z. B. 1943 in – Dortmund, Wuppertal Barmen, Oberhausen, Mühlheim und 1944 in Hamm, Osnabrück und Gelsenkirchen Löschhilfe nach Bombardierungen leisteten. Außerdem waren die Wehrmänner etliche mahle in Münster und natürlich auch in Telgte selber durch Bombeneinschläge, die ihr Ziele wie Münster oder den Flugplatz Handorf verfehlten, oder auch abgestürzte Flugzeuge gefordert. Telgte blieb jedoch weitgehend von den Auswirkungen des Krieges verschont. Die Feuerwehrbereitschaft FB. – mot. setzte sich wie folgt zusammen. Amt Amt Amt Amt Greven St. Mauritz Nottuln Roxel St. – Mauritz Greven Nottuln Roxel Nienberge – Dorf Gimbte Hiltrup Appelh– Uhlenbrock Amelsbüren ülsen Sprakel SchapdHavixbeck Gelmer etten Hohenholte Kemper Albachten Werse – Laer Bösensell Tillbeck – Natrup Handorf (wurde kurze Zeit später aufgelöst) Nach einer Alarmierung hatten sich die Einheiten an vorgegebenen Zeiten an Sammelstellen zu treffen. S 1 S 2 km Min km Min km Hiltrup 19 25 23 31 23 Roxel 12 16 16 20 22 Telgte 29 38 28 37 19 Handorf 25 33 23 31 14 Greven 32 42 13 17 2 Nottuln 7 10 17 21 34 S 1 = Sammelstelle Appelhülsen, Tankstelle, Kontrollstelle des Reichskraftwagenbetriebsverbundes S 2 = Sammelstelle Altenberge, Tankstelle Brömler S 3 = Sammelstelle Greven, Abzweig der Landstraße nach Osnabrück, ab Schiffahrter – Damm S 4 = Sammelstelle Telgte, Tankstelle Hackenfort S 5 = Sammelstelle Hiltrup, Tankstelle Stein

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(Als „Feuerlöschbereitschaft des Landkreises Münster, Katastrophenschutz“ blieb diese Einrichtung nach dem Krieg weiter bestehen.) Exemplarisch sollen hier zwei Einsatzberichte wiedergegeben werden. Am 06. November 1944, abends gegen 18 Amt Amt Gemeinde Telgte Wolbeck Saerbeck Telgte Wolbeck Saerbeck Raestrup Alverskirchen Westbevern Rinkerode W. – Dorf Albersloh W. – Vadrup Angelmodde W. – Brock Diese Vorgabe sah 1944 wie folgt aus: S 3 S 4 S 5 Min Km Min km Min 31 18 25 1 2 28 20 27 12 16 24 1 2 18 25 18 8 11 14 20 4 20 25 24 32 44 33 43 25 31 Uhr, wurde die Bereitschaft der Fw. Telgte alarmiert. Da an diesem tage die Mannschaft nicht in erhöhter Bereitschaft lag, verzögerte sich die Abfahrt. Um 19.20 Uhr fuhr die Bereitschaft Telgte vom Standort ab, zur Sammelstelle Appelhülsen. Da inzwischen starke Verbände eingeflogen waren, war Fliegeralarm, und dadurch unsere Fahrt zur Sammelstelle erheblich erschwert worden. Mehrere male mussten wir anhalten, Licht aus, der Tommy war direkt über uns. Dann fuhren wir zeitweise ohne Licht, bis wir erfuhren das Vorentwarnung sei. Um 20.55 Uhr trafen wir an der Sammelstelle ein. 21.30 Uhr fuhr die gesamte FB. – mot. Münster Land unter der Führung des Herrn Bereitschaftsführer Kreisbaurat Funke ab, in Richtung Gelsenkirchen. Am Einsatzort angekommen arbeitete der zweite Zug Telgte – Handorf zusammen auf der Kanzlerstraße. Telgte löschte hier ein Großfeuer Kanzlerstraße 2 und rettete ein Doppelgebäude Kanzlerstraße 4 vor der völligen Vernichtung. Dann wurde abgebaut und Telgte ging zur Verstärkung zum Schlachthof (Hessler). Am Schlachthof arbeiteten dann die 6 Einheiten die zur FB. – mot. Bereitschaft gehören, zusammen, Hand in Hand, bis alles restlos abgelöscht war. Am Abend des 07. November 1944, 17 Uhr wurden wir entlassen, und trafen um 20 Uhr im Standort Telgte wieder ein.

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Am 27.12.1944 mittags 1.15 Uhr wurde die Telgter Frw. Feuerwehr alarmiert. Nach einem heftigen Luftkampf, zwischen deutschen und feindlichen Maschinen über der Stadt, stürzten deutsche Flugzeuge in unmittelbarer Nähe der Stadt ab. Ein Flugzeug stürzte an der Warendorfer Straße ab, und brannte aus. Gebäude waren nicht in Gefahr. Eine zweite Maschine stürzte auf den Hof des Bauern und Gastwirt Brandhove. Hierselbst stand im selben Moment, da die Maschine auf den Erdboden schlug, und der Brennstoff umherspritzte, die Kornscheune in Flammen. Die Außenwände der Scheune (Fachwerk) blieben stehen, das Dach brannte vollständig ab. 12 Fuder ungedroschenes Korn, die ebenfalls in der Scheune lagerten, und brannten wurden heraus transportiert und abgelöscht. Nach völlig abgelöschtem Feuer rückte die Einheit um 17 Uhr ab zum Gerätehaus, die Leute wurden um 17.30 Uhr entlassen.

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Die angespannte und sich zuspitzende Personalsituation, dadurch verursacht das auch Feuerwehrkameraden ins Feld ziehen mussten, wurde durch eine „H. J. Feuerwehrschar“ innerhalb der Feuerwehr kompensiert. 1942 bestand diese Einheit der Feuerwehr aus 55 Jungen. Nach erfolgreicher Ausbildung wurde ihnen das „H. J. – Feuerwehrabzeichen“ ausgehändigt. Auch diese jungen Kameraden mussten zu Einsätzen mit ausrücken.

Die Feuerwehr – Hitlerjugend vor dem damaligen Gerätehaus mit dem ersten Auto der Wehr am 03.01.1943

Archiv FF Telgte, Löschzug Stadt

Mit der zunehmenden Technisierung in der Feuerwehr und dem damit verbundenen erhöhten Platzbedarf war die Feuerwehr wieder an verschiedenen Stellen innerhalb der Stadt untergebracht. Nach einer Aufstellung von 1944 waren: - ein LF 15 im Feuerwehrgerätehaus - eine TS 8 ohne TSA in der Garage Hardensett an der Ems - eine TS 8 mit TSA und einem PKW bei Jürgens, Steintor - eine TS 8 ohne TSA in der Autogarage Witte an der Ems untergebracht. (Die beiden TS 8 ohne TSA waren leihweise vom „Luftgaukommando“ zur Verfügung gestellt worden.) Während der letzten Kriegsjahre 1944 / 45 wurden Frauen zu „Feuerwehrhelferinnen im Führen leichter und schwerer Löschgruppenfahrzeuge“ ausgebildet. In einem entsprechenden Erlass forderte der „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei“ die Gemeinden dazu auf, Aufrufe für Freiwilligenmeldungen von Frauen und Mädchenim Alter von 17 bis 40 Jahren für den Feuerwehrdienst zu erlassen. Da der Aufruf wenig Resonanz fand, wurde rekrutiert. Im ganzen Reich sollen rund 275.000 Frauen Feuerwehrdienst geleistet haben. Trotz aller Schwierigkeiten wurden die Kameraden im „Soldatenrock“ nicht vergessen. Ihnen wurden „Feldpostbriefe“ geschrieben, in denen sie über alles was in der Heimat und den anderen Kameraden im Krieg geschah unterrichtet. Wie schwer Münster bzw. das Münsterland und die Bevölkerung durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen wurden, machen folgende Zahlen deutlich. Zwischen 1939 und 1945 hat Münster mehr als 1.100 Luftalarme erlebt. Mindestens 102 Luftangriffe trafen die Stadt. Rund 32.000 Sprengbomben, etwa 642.000 Stab – Brandbomben und mehr als 8.100 Phosphor – Kautschuk – Benzol – Kanister legten vor allem die Altstadt in Schutt und Asche. Beim letzten Luftangriff auf Münster am 25. März 1945 flogen 112 Flugzeuge ein, die 441 Tonnen Bomben über die Stadt abwarfen. Durch den Zusammenbruch der Infrastruktur war auch die stationäre Krankenhausversorgung Münsters schwierig geworden: Gab es vor dem Krieg ca. 4.900 Krankenhausbetten in Münster, so waren zum Ende des Krieges gerade einmal nur noch 750 Betten nutzbar.